Familien- und Erbrecht

Ratgeber Trennung und Trennungsjahr

Eine Trennung ist emotional ein Kraftakt und organisatorisch ein Labyrinth. Das Trennungsjahr ist zudem die gesetzliche Voraussetzung für eine Scheidung.

1. Der offizielle Start: Das Trennungsjahr

Das Trennungsjahr dient als „Bedenkzeit“. Der Gesetzgeber möchte sicherstellen, dass die Ehe nicht voreilig beendet wird, sondern tatsächlich gescheitert ist.

Stichtag setzen: Notieren Sie sich das Datum, an dem einer von Ihnen den Trennungswunsch klar ausgesprochen hat.

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Unterhaltsrecht 2026: Neue Düsseldorfer Tabelle bringt Änderungen

Zum 1. Januar 2026 wurde die Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Sie ist das wichtigste Instrument zur Berechnung von Kindesunterhalt nach Trennung und Scheidung in Deutschland und wurde vor allem bei den Bedarfssätzen für minder- und volljährige Kinder angepasst.

Für Eltern bedeutet das: In vielen Fällen steigen die Zahlbeträge leicht an, während die Selbstbehalte nach den neuen Vorgaben weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Besonders relevant ist auch, dass die Anmerkungen zur Tabel …

Kunstsammlung geerbt: Steuerliche Risiken und Gestaltungsspielräume

Sie haben eine Kunstsammlung geerbt und fragen sich, welche Erbschaftsteuer auf Sie zukommt? Die Antwort ist nicht ganz einfach – allerdings gibt es auch positive Aspekte. Das deutsche Steuerrecht bietet erhebliche Steuererleichterungen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Nach § 13 Absatz 1 Nummer 2 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) kann die Steuerlast um bis zu 60 Prozent reduziert oder sogar vollständig vermieden werden. Die Anforderungen sind jedoch streng. Dieser Beitrag …

OLG Frankfurt: Eilantrag auf Gewaltschutz auch nach längerer Zeit zulässig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied im Beschluss vom 19. Januar 2026 (Az. 1 UF 8/26), dass Opfer häuslicher Gewalt auch lange nach den Übergriffen noch vorläufige Schutzmaßnahmen beantragen können.

Gewaltschutz trotz Zeitverzug: Gericht gibt Frau Recht

Die Antragstellerin ist mit dem Antragsgegner verheiratet und beide haben drei gemeinsame Kinder. Im September 2025 trennte sie sich von ihrem Mann und zog in ein Frauen- und Kinderschutzhaus. Sie beantragte dort den Erlas …

Das gemeinsame Haus in der Krise: Was passiert mit der Immobilie bei Trennung und Scheidung?

Wenn eine Ehe scheitert, steht oft mehr als nur das emotionale Leben kopf. Das gemeinsame Zuhause wird plötzlich zum zentralen Streitpunkt. Wie werden die Eigentumsverhältnisse geklärt? Wer haftet für den Kredit?

Rechtsanwalt Reinhard Scholz, Experte für Familienrecht aus Münster, erläutert die wichtigsten Grundsätze, um finanzielle Nachteile und unnötige Konflikte zu vermeiden.

1. Die Bestandsaufnahme: Wer ist Eigentümer?

Die Antwort finden Sie im Grundbuch.

Miteigentum …

Unterhalt steuerlich absetzen: So nutzen Sie das Realsplitting und außergewöhnliche Belastungen

Nach einer Trennung oder Scheidung ist die finanzielle Belastung oft hoch. Doch der Fiskus beteiligt sich unter Umständen an den Unterhaltszahlungen. Wer die steuerlichen Weichen richtig stellt, kann bares Geld sparen.

Rechtsanwalt Reinhard Scholz, Experte für Scheidungsrecht aus Münster, erläutert die zwei zentralen Wege, wie Sie Ehegattenunterhalt steuerlich geltend machen können.

1. Der Königsweg: Das Realsplitting (Sonderausgabenabzug)

Das Realsplitting ist meist die steuerlic …

Pflichtteilanspruch: Welche Rechte und Pflichten gilt es zu beachten?

Der Verlust eines nahestehenden Menschen stellt für die Betroffenen eine emotionale Ausnahmesituation dar, denn Trauer, Unsicherheit und organisatorische Aufgaben treffen oft zeitgleich aufeinander. Gerade in dieser sensiblen Phase rücken aber auch rechtliche Fragen in den Vordergrund, mit denen man sich zuvor vielleicht nie beschäftigen wollte, besonders wenn es um das Thema Erbschaft geht. Wenn dann noch ein Testament hinterlassen wurde, das nahe Angehörige unberücksichtigt lässt, sorgt …

Pflegeleistungen von Kindern – Auswirkungen im Erbfall

Pflegt ein Kind über längere Zeit Vater oder Mutter, stellt sich im Erbfall häufig die Frage nach einem finanziellen Ausgleich. Müssen Geschwister Abstriche machen – oder sogar leer ausgehen? Grundlage für diese Diskussion ist § 2057a BGB.

Was bedeutet Ausgleichung rechtlich?

Sind mehrere Kinder gemeinsam Erben, kann das pflegende Kind einen Ausgleich beanspruchen (§ 2057a Abs. 1 Satz 2 BGB). Die gesetzliche Erbquote bleibt dabei unangetastet; verändert wird nur die Verteilung in …

Teilungsversteigerung abwenden oder verzögern – rechtliche Möglichkeiten, um Zeit zu gewinnen

Können sich Miteigentümer nicht einigen – etwa nach einer Trennung oder innerhalb einer Erbengemeinschaft –, wird die Teilungsversteigerung häufig als Druckmittel eingesetzt. Dabei ist eine realistische Einordnung entscheidend: In den meisten Fällen lässt sich eine Versteigerung nur durch eine Einigung dauerhaft verhindern, etwa durch Übernahme, Abkauf oder einen Verkauf außerhalb des Versteigerungsverfahrens. Nicht selten besteht jedoch die Möglichkeit, das Verfahren zeitlich aufzus …

Testamentsvollstrecker bleibt trotz Kritik im Amt

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Az. 21 W 93/25) hat entschieden, dass ein im sogenannten Württemberger Testament eingesetzter Ehegatte nur bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen aus dem Amt des Testamentsvollstreckers entlassen werden darf.

Streit um Testamentsvollstreckung beim Württemberger Testament

Eheleute hatten ein notariell beurkundetes gemeinschaftliches Testament errichtet, in welchem sie ihre gemeinsamen Kinder als Erben bestimmten. Gleichzeitig erhielt der länger l …