Familien- und Erbrecht

Notarielles Testament – Erbschein oft entbehrlich

In der Beratung von Mandanten zeigt sich aktuell immer wieder: Die Nachlassabwicklung wird bei privatschriftlichen Testamenten oft durch die notwendige Erteilung eines Erbscheins unnötig verzögert. Dabei ist das notarielle Testament ein probates Mittel, um diese Hürde effizient zu umgehen.

Praxisbeispiel:

Ein Erbfall mit Immobilienvermögen blieb monatelang blockiert, da die Erben aufgrund eines privatschriftlichen Testaments erst das langwierige Erbscheinsverfahren beim Nachlassgericht …

Digitalisierung des Scheidungsverfahrens 2026: Ein Überblick

In der Beratungspraxis zeigt sich aktuell, dass die Digitalisierung des Scheidungsverfahrens bei Mandantinnen und Mandanten einerseits große Erwartungen weckt, andererseits aber auch erhebliche rechtliche Missverständnisse erzeugt. Immer häufiger kommen Ratsuchende mit der Vorstellung, eine Scheidung sei inzwischen vollständig ohne Anwalt und Gericht – rein per Mausklick – möglich. Die Aufklärung darüber, was rechtlich tatsächlich online abbildbar ist und was nicht, gehört heute zu den …

Erben ohne Original: Was tun, wenn das Testament verschwunden ist und nur eine Kopie existiert?

Der Ernstfall: Ein naher Angehöriger verstirbt, doch das Original-Testament bleibt unauffindbar – vorhanden ist lediglich eine Kopie. Reicht diese Kopie aus, um im Erbscheinsverfahren als Erbe anerkannt zu werden? In der Praxis lautet die Antwort häufig: nein. Mit Beschluss vom 7. August 2025 (Az. 8 W 66/24) hat das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken die ohnehin strengen Hürden für die Verwertbarkeit einer Testamentskopie als Grundlage eines Erbscheins weiter präzisiert. Der zentr …

Berliner Testament oder Erbvertrag: Wie bindend sind sie wirklich?

Viele Ehepaare möchten sicherstellen, dass das gemeinsam über Jahre aufgebaute Vermögen später genau so verteilt wird, wie sie es zu Lebzeiten miteinander besprochen und geplant haben. Um diese Vorstellungen rechtssicher umzusetzen, greifen sie meist auf zwei verbreitete Gestaltungsinstrumente zurück: das gemeinschaftliche Testament – insbesondere in Form des bekannten Berliner Testaments – sowie den Erbvertrag. Auch wenn beide Modelle auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, untersche …

Ratgeber Trennung und Trennungsjahr

Eine Trennung ist emotional ein Kraftakt und organisatorisch ein Labyrinth. Das Trennungsjahr ist zudem die gesetzliche Voraussetzung für eine Scheidung.

1. Der offizielle Start: Das Trennungsjahr

Das Trennungsjahr dient als „Bedenkzeit“. Der Gesetzgeber möchte sicherstellen, dass die Ehe nicht voreilig beendet wird, sondern tatsächlich gescheitert ist.

Stichtag setzen: Notieren Sie sich das Datum, an dem einer von Ihnen den Trennungswunsch klar ausgesprochen hat.

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Unterhaltsrecht 2026: Neue Düsseldorfer Tabelle bringt Änderungen

Zum 1. Januar 2026 wurde die Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Sie ist das wichtigste Instrument zur Berechnung von Kindesunterhalt nach Trennung und Scheidung in Deutschland und wurde vor allem bei den Bedarfssätzen für minder- und volljährige Kinder angepasst.

Für Eltern bedeutet das: In vielen Fällen steigen die Zahlbeträge leicht an, während die Selbstbehalte nach den neuen Vorgaben weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Besonders relevant ist auch, dass die Anmerkungen zur Tabel …

Kunstsammlung geerbt: Steuerliche Risiken und Gestaltungsspielräume

Sie haben eine Kunstsammlung geerbt und fragen sich, welche Erbschaftsteuer auf Sie zukommt? Die Antwort ist nicht ganz einfach – allerdings gibt es auch positive Aspekte. Das deutsche Steuerrecht bietet erhebliche Steuererleichterungen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Nach § 13 Absatz 1 Nummer 2 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) kann die Steuerlast um bis zu 60 Prozent reduziert oder sogar vollständig vermieden werden. Die Anforderungen sind jedoch streng. Dieser Beitrag …

OLG Frankfurt: Eilantrag auf Gewaltschutz auch nach längerer Zeit zulässig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied im Beschluss vom 19. Januar 2026 (Az. 1 UF 8/26), dass Opfer häuslicher Gewalt auch lange nach den Übergriffen noch vorläufige Schutzmaßnahmen beantragen können.

Gewaltschutz trotz Zeitverzug: Gericht gibt Frau Recht

Die Antragstellerin ist mit dem Antragsgegner verheiratet und beide haben drei gemeinsame Kinder. Im September 2025 trennte sie sich von ihrem Mann und zog in ein Frauen- und Kinderschutzhaus. Sie beantragte dort den Erlas …

Das gemeinsame Haus in der Krise: Was passiert mit der Immobilie bei Trennung und Scheidung?

Wenn eine Ehe scheitert, steht oft mehr als nur das emotionale Leben kopf. Das gemeinsame Zuhause wird plötzlich zum zentralen Streitpunkt. Wie werden die Eigentumsverhältnisse geklärt? Wer haftet für den Kredit?

Rechtsanwalt Reinhard Scholz, Experte für Familienrecht aus Münster, erläutert die wichtigsten Grundsätze, um finanzielle Nachteile und unnötige Konflikte zu vermeiden.

1. Die Bestandsaufnahme: Wer ist Eigentümer?

Die Antwort finden Sie im Grundbuch.

Miteigentum …

Unterhalt steuerlich absetzen: So nutzen Sie das Realsplitting und außergewöhnliche Belastungen

Nach einer Trennung oder Scheidung ist die finanzielle Belastung oft hoch. Doch der Fiskus beteiligt sich unter Umständen an den Unterhaltszahlungen. Wer die steuerlichen Weichen richtig stellt, kann bares Geld sparen.

Rechtsanwalt Reinhard Scholz, Experte für Scheidungsrecht aus Münster, erläutert die zwei zentralen Wege, wie Sie Ehegattenunterhalt steuerlich geltend machen können.

1. Der Königsweg: Das Realsplitting (Sonderausgabenabzug)

Das Realsplitting ist meist die steuerlic …